Wir machen Wohnungen fit für den Winter

Waren es im Oktober die stachligen Säugetiere, sind es im November nun die befiederten Kollegen. Die Zugvögel sind nun fort und unsere Standvögel nicht mehr auf Nistkästen angewiesen. Aber was ist mit ihren Wohnungen? Brauchen sie sie im nächsten Jahr noch? Wer hat darin gebrütet? Wohnt überhaupt noch jemand drinnen? Nutzen nur Vögel Nistkästen? Diese Fragen und noch ein paar mehr wurden im Novembermodul «Nistkästen» geklärt. 

Trautes Heim – Glück allein

Auch für dieses Modul haben wir uns im Naturzentrum Thurauen getroffen. Die Geschichte der Nistkästen reicht schon  Jahrtausende zurück. Obwohl ihr Nutzen damals eher einer Nahrungsquelle gleichkam, wandelte sich dieser Nutzen im Verlauf des 19. Jahrhunderts durch die verstärkte Einflussnahme des Menschen auf die Umwelt eher in eine Artenförderung für Vögel.

Nicht alle Vögel brauchen/wollen Nistkästen. Aber die, die darauf angewiesen sind und einen jungen Wald ohne viele Strukturen vorfinden, sind umso glücklicher, wenn sie einen solchen Kasten zum Brüten finden. Dabei ist die Beschaffenheit des Kastens vor allem aber die Einflugsmöglichkeit von entscheidender Bedeutung, welche Vogelart ihn zur Brut nutzt. Zudem ist es auch eine Frage der Zeit. Da Zugvögel meist später im Land erscheinen als die Standvögel, die das ganze Jahr vor Ort sind, ist es für erstere meist schwierig noch einen passenden, freien Kasten zu finden.

Bei uns in den Thurauen, dort wo unsere Nistkastenputzete stattfand, sind meistens Meisen, Rotschwänze, Kleiber, Trauerschnäpper und Insekten zu finden. Artgenaue Bestimmungen sind praktisch unmöglich. Ein guter Indikator um herauszufinden, wer den Nistkasten denn nun genutzt hat, ist das Baumaterial des Nests selbst oder sonstiges Rückstände.

Hauptsächlich Moos deutet auf Meisen, dabei kann man aufgrund des genutzten Mooses (grob oder fein) im Zusammenhang mit der Grösse des Einfluglochs des Nistkastens noch darauf schliessen, ob es sich um eine Kohl- oder Blaumeise handelt.

Viel Stroh in Verbindung mit etwas Moos oder andrem feinem material lässt auf einen Rotschwanz scViel Stroh in Verbindung mit etwas Moos oder anderem feinen Material lässt auf einen Rotschwanz schliessen. Viel Laub auf einen Trauerschnäpper und reine Rindenstückchen auf einen Kleiber. Zudem ist meist noch der Eingang mit Lehm verkleidet.

Teambildung und Sauberkeit

Die Junioren wurden in zwei Teams aufgeteilt, die sich innerhalb des Teams helfen und austauschen sollten. Jeder konnte einmal einen Kasten säubern und gemeinsam haben wir versucht herauszufinden,  um was für ein Nest/Vogelart es sich handeln könnte. Die Ergebnisse wurden zusammengetragen und an den örtlichen Naturschutzverein weitergegeben.

Am Ende haben wir noch zusammengesessen und darüber diskutiert, welche Nester gefunden wurden, und wie die teils makabren Inhalte zustande gekommen sind. Die Nistkästen sind nun für die nächste Saison bereit,  neue Gäste aufzunehmen.

Soweit von uns aus den Thurauen. Euer Ranger Dario.

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