Blumen müssen nicht schön sein. Sie sind es!

Im Mai trafen sich die Junior Ranger zum Modul „Orchideen“. Dabei lernten sie über die in den Thurauen vorkommenden Orchideenarten, ihre Herkünfte, Vorlieben und was sie so besonders macht. Es ging dabei um die Sensibilisierung, auf eigene Faust loszuziehen und Orchideen in ihrer Vielfalt zu erkennen und zu bestimmen.

Oh M(m)an(n) Dario…. Blumen sind doch voll doof!

Die Anspannung war gross, bei mir jedenfalls. Der «Gegenwind» für dieses Modul war doch höher als gedacht. Wahrscheinlich resultierte das daraus, , so viele Buben im Programm zu haben. Die Krankmeldungen fielen diesen Monat etwas höher aus als sonst. Doch entmutigen lassen, darf man sich nicht.

Mir ist bewusst, dass es in dem Alter bei Jungen sicherlich Spannenderes gibt, als «Blumen anzugucken». Aber da fängt es schon an. Orchideen sind nicht einfach nur «Blumen». Es sind Orchideen und ziemlich fesselnd, wenn man sich damit mal kurz auseinandersetzt. Zudem war es mir sehr wichtig, den kleinen „Trampeln“ beizubringen, wie man sich in so einer sensiblen Vegetationsphase im Jahr eigentlich durch so artenreiche Wiesen, wie bei uns im „Lichten Wald“ der Thurauen bewegt. Also zäumte ich alles etwas wissenschaftlich auf.

Die Thurauen in voller Pracht

Die anfängliche Buben-Revolte wurde im Keim erstickt, und nach der Einführung, was sie heute eigentlich alles allein leisten müssen, kam Ruhe in die Gruppen. Wir machten uns auf den Weg tief in die Wälder und Wiesen, die uns in voller Schönheit erwarteten. Es gab unterwegs sehr viel zu entdecken und zu erklären. Es war schön, die Junioren so wissbegierig zu erleben. Natürlich war mir bewusst, woher diese plötzlich auftretende Neugierde kam: Zeit schinden, um weniger Blumen anzugucken. Doch keine Sorge, auch das war eingeplant.

Gerade die vollen Teiche in den Auen waren von besonderem Interesse, da sich allerlei drinnen bewegte. Nachdem Frösche, Libellen, als auch Wasserläufer bestimmt waren und der ökologische Hintergedanke des Teichs in den Auen verstanden war, ging es weiter.

Die Vorbereitung auf die Suche

Als wir nach einiger Wanderzeit am Ort ankamen, von dem wir unsere Suche starteten, waren die Junioren ganz ungeduldig und wollten die Suchaktion schon starten. „Moment, Ihr „Trampel“!“ sagte ich. „Wisst ihr überhaupt wie Orchideen aussehen?“ – „JA!…. Wie Blumen!“, kam als Antwort. „Alles klar…hinsetzen. Theorie!“ ordnete ich an. Ein Raunen ging durch die Reihen. Wieder einmal langweilige Theorie mit dem ollen Dario.

Nach einiger Diskussion und Dialogen, woher z.B. denn der Name Orchidee eigentlich kommt oder Erklärungen, wie sie überhaupt aussehen, was speziell an ihnen ist, wann sie blühen, was für einen Zweck sie eigentlich haben, wurde das Suchmuster beschrieben und die Kids auf die Wiesen losgelassen. Wichtig war, dass sie nicht einfach durch die Wiesen rennen, sondern sich behutsam durch diesen Lebensraum bewegen und auch sich selbst die Möglichkeit geben, versteckte Dinge zu entdecken und zu markieren, die wir dann später zusammen analysieren können.

Es gab drei Gruppen und drei Flächen, um eventuell noch ein gewisses „Wettkampfgefühl“ als Motivation zu nutzen. Ausgestattet mit Fähnchen, Karte und Blättern zum Zeichnen (ja Orchideen, zumindest die Lippenblüten sollten mal zeichnerisch erfasst werden) zogen sie los. Übrigens habe auch ich dabei wieder mal etwas Neues gelernt: Blumen zeichnen sei auch doof!

Nach anfänglicher Schwierigkeit doch ein voller Erflog

Nachdem die ausgemachte Suchzeit vorbei war, war es doch schwierig die Junioren aus der Wiese zu bekommen. „Wir haben noch zwei oder drei Fähnchen“ – „Können wir nicht noch etwas weitersuchen?“ – „Wir haben hier und da noch welche gesehen, gib uns noch Zeit.“ – „Nein!“, sagte ich „Blumen sind doch doof, also kommt mal zusammen und wir schauen uns an, was ihr gefunden habt.“

Zur Überraschung aller wurden im Verlauf des Mai doch recht viele Orchideen gefunden. Spitzorchis, Hummel- und Bienenragwurz, Bocksriemenzungen, Brandknabenkraut, Ohnsporn (auch Ohnhorn genannt) und einige weitere. Wir kamen zusammen und haben uns angeguckt, wie der Status der jeweiligen Orchidee in der Schweiz aussieht, welche Bestäuber diese Orchidee anlockt und das typische Charakteristikum des Lippenblattes. Ich war sogar überrascht, selbst die anfänglich rebellischen Buben hatten zum Zeichenblock gegriffen.  

Nach all dem Forschen und Suchen ging es wieder zurück in die Zivilisation und ein weiteres schönes Modul fand damit sein Ende. Beim nächsten Mal schauen wir uns nochmal an, wie man aus Holz Feuer machen kann, um die Module am Anfang des Jahres nachzuholen.

Soweit von uns allen aus den Auen und bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüsse euer Ranger Dario und eure Junior Ranger Thurauen

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