Zwischen Baum und Borke

Nach der verordneten Coronapause im Januar und Februar konnten sich die Junior Ranger Thurauen im März wieder treffen. Jedoch war eine gewisse „Müdigkeit“ bei den Junioren festzustellen: Eine Mischung aus Ungläubigkeit, tatsächlich wieder in den Thurauen stehen zu können und dem Zweifel, wie lange es nun dauert, bis man sich wieder nicht treffen darf. Es ging im Märzmodul also auch darum, das Herz der Kinder zu revitalisieren und sie mit neuen Eindrücken zu begeistern.

Schwere Herzen brauchen schwere Maschinen

Unterstützt wurden wir bei diesem Modul von Beat Gisler, dem Revierförster aus Flaach und Zuständigen in den Thurauen. Es ging nach einer Begrüssung erst einmal darum, Fragen zu beantworten, wie z.B. was denn der Forst überhaupt in einem Naturschutzgebiet macht, da ja eigentlich alles unter Schutz steht. Weiter ging es auch darum, auch die Unterschiede zwischen einen Forstwart, einem Förster und einem Forstingenieur klarzustellen. Es gelang sehr gut, Zusammenhänge zwischen den vorhergehenden Modulen, wie der Jagd, herzustellen, um aufzuzeigen, wie sehr das ganze „Geschäft“ um den Naturschutz vernetzt ist. Doch das alles verblasste praktisch sofort, als die erste Maschine vorfuhr. Der Gesichtsausdruck der Kinder änderte sich mit einem Schlag und sie waren wieder Feuer und Flamme für das Juniorrangern.

Das 1 x 1 der Forstwirtschaft

Nach der anfänglichen Begeisterung ging es weiter in den Wald. Hier wurden uns die grundlegenden Fragen geklärt, was einen gesunden Wald ausmacht, warum er als solches nötig ist, um gewisse Ökosystemleistungen zu ermöglichen und uns somit auch das Leben, was wir Menschen gewohnt sind, ermöglicht.  Wie erkennt man eigentlich das Alter eines Baumes? «Boah, Dario, du Opfer, ist ja ganz einfach, man zählt die Ringe Mann!». Ok, Ok! Mea culpa, meine Unwissenheit kleine Bros. So zeigten mir die Junioren also, wie man richtig Ringe zählt.

 « Mhm… Coole Geschichte Kids und wie sieht es aus, wenn der Baum noch steht? Der Förster will ja nicht immer alles umholzen, nur um die Frage nach dem Alter eines Baumes beantworten zu können. Ausserdem, können Laub- und Nadelbäume gleich gezählt werden?». Wie zu erwarten allumfassendes Schweigen. Obwohl, es gab eventuell ein bis zwei Schlauberger, die wussten, wie es geht und es dann den anderen erklärten. Um zu erfahren wie, wäre ein Kind bei den Junior Rangern zu haben nicht verkehrt:P

Welche Bäume wachsen hier, wofür werden sie genutzt und wer oder was fällt sie?

Als wir unseren Rundgang fortsetzten, wurde erklärt, welche Bäume hier in unserer Region eigentlich wachsen und mit welchen Problemen sie konfrontiert sind. Die Junioren konnten einige davon nennen: Pilze, Trockenheit und Borkenkäfer waren die meisten Antworten. Nun haben die Junioren erfahren, dass es die Aufgrabe des Forstingenieurs ist, in die Zukunft zu planen, um Baumbestände und -mengen zu sichern und dass es Beats Enkelkinder sein werden, die eventuell die Bäume, die er nun pflanzt, zur Fällung freigeben werden. Und ja, aus der Welt eines Kindes sind Familien wohl einer Berufung treu. So wurde auch entschieden, dass meine Enkel, sollte es mal soweit kommen, natürlich auch Ranger werden.

Weiter wurden die verschiedenen Holzklassen A bis C Holz besprochen und welcher Betrieb welches Holz nutzen kann. Grob gesagt, geht A-Holz zum Schreiner für Möbel, B-Holz wird zum Bauen genutzt und C-Holz als Heizmittel oder für die Herstellung von Spanplatten verwendet.

Doch wie schafft man es, solche Mengen in kurzer Zeit zu fällen? Denn, wie die Junioren sich richtig aus dem Modul Jagd erinnerten, gibt es eine Schonzeit für Tiere, an die sich auch der Forst halten muss. Beat präsentierte uns den «Harvester», dt. den Vollernter. Grade bei den Buben ging, glaube ich, beim Anblick dieses Geräts, ein Spielzeugtraum in Erfüllung. Auch Beats Augen, die ihn natürlich kannten, fingen an zu glänzen. Nach und nach wurden die Funktionen dieser Maschine erklärt und es wurde klar, wenn man dieses Ding steuern kann, kann man auch einen Helikopter fliegen.

Der Borkenkäfer und die Holzarten

Nach und auch während unserer Pause im Wald haben wir noch das Thema Borkenkäfer besprochen. Seine Vor- und Nachteile für Wald und Tiere. Um es anschaulicher zu gestalten, spielten wir sogar ein Borkenkäferspiel. Zum Abschluss und um den Rückweg etwas zu verkürzen, erklärte Beat noch wie man gewisse Holzarten anhand ihrer Rinde erkennen kann und was der Unterschied, zwischen Weich- und Hartholzarten ist. Alles in allem ein recht volles, aber abgerundetes Programm.

So ging unser Nachmittag zu Ende. Ich glaube, einige der Junioren träumten in den folgenden Nächten noch immer von den Maschinen 😊.

Soweit von uns allen aus den Auen.

Liebe Grüsse euer Ranger Dario und eure Junior Ranger Thurauen

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