Die Besucher(ver)lenkung und Überwinterungsstrategien

Das dritte und vierte Modul der Junior Ranger ist erfolgreich verlaufen. Die Junior Ranger lernten im November einen wichtigen Teil der Arbeit eines Rangers kennen nämlich die Besucherlenkung. Im Dezember haben sie einen Einblick in die Arbeiten des Forstes bekommen und erarbeiteten nahezu selbstständig, welche Überwinterungsstrategien es eigentlich in der Tierwelt gibt.

Der Weg durch den Wald und erste Anfänge

Die Tage werden langsam immer frischer und die Natur ändert sich stetig. Natürlich hat man das alles als Junior Ranger schon 1.000 Mal gesehen, man will spielen und toben. Doch schon bei der ersten Brücke wird gestoppt und wieder geschaut, was der Biber wohl zwischenzeitlich Neues in seinem Gebiet angefangen hat. Alles in der Hoffnung, doch einmal einen kurzen Blick von ihm am helllichten Tage zu erhaschen.

Die Junior Ranger am Mederbach in den Thurauen

Daraufhin treffen die Junior Ranger nach etlichen Umwegen in der Waldhütte ein. Die erste Frage unseres Leiters Dario: «Besucherlenkung, was ist das eigentlich?» – «Ja. wenn man Besuchern durch die Thurauen hilft…», kommt als Antwort. «Wie jetzt? Wie der Grossmutter über die Strasse helfen etwa?» – «JA!», Gekicher folgt. Die Kinder haben natürlich vollkommen recht :P. In den Thurauen kümmern wir Ranger uns natürlich persönlich um jeden einzelnen Besucher wie im „Ritz“. Nach einigem Hin und Her und einigen Erklärungen schärft sich das Bild der Besucherlenkung allmählich. Ausschlaggebend ist zunächst zu wissen, welche Besucher wir in den Thurauen haben.

Danach gilt es, sich Gedanken darüber zu machen, welche Bedürfnisse und Erwartungen diese Besucher mit in die Thurauen bringen. Grillierer brauchen eine Feuerstelle. Bädeler einen Weg zum Wasser, Naturbeobachter wollen Ruhe und eine Ausguckmöglichkeit, etc. Dies sollen die Junior Ranger einmal aufschreiben oder auch malen. Besonders die jüngeren brauchen viel Platz auf dem Papier, um ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen, wie es scheint. Man lernt nie aus.

Das Ergebnis langer Arbeit. Besuchertypen und ihre Bedürfnisse

Die Kunst der Besucherlenkung ist es, all diese zum Teil gegensätzlichen Bedürfnisse und Erwartungen der vielen Besucher in einem naturschutzorientierten Kompromiss unterzubringen; denn die Natur soll ja keinen Schaden nehmen. Doch was ist denn das???

Freestyle-Kunst ala Junior Ranger. Wie abfotografiert.

Seit wann trage ich plötzlich einen neuen Namen: Dario BANANI und einen Sombrero? Und seit wann gucke ich so trist? Und warum fliege ich in einem Heissluftballon über die Thurauen und strecke den Leuten die Zunge raus? «Jeder hat seine Bedürfnisse.» bekomme ich als Antwort zurück. Diesen kleinen Frechdachse!

Danach folgte ein kleines Spiel. Ich habe im Büro „dusseligerweise“ unsere Tafelkarte umgestossen (Die Karte an denen alle Stellen markiert sind, an denen der Kanton bzw. der Rangerdienst Tafeln in den Thurauen aufgestellt hat.) und die Junior Ranger mussten mir nun helfen, sie zu rekonstruieren, Hierbei ging es darum, sich vorzustellen, wo welches Schild (von den Symbolen für Parkplatz über Leinenpflicht bis Totenkopf) am geschicktesten aufgestellt wird um den Besucher zu lenken und zu informieren. Natürlich wurde gerade letzteres praktisch überall aufgestellt. Sehr lustig!

Ein neuer lichter Wald

Im Lauf des Novembers wurde bei uns in den Thurauen ein neuer Waldabschnitt in eine neue lichte Waldfläche umgewandelt. Das bedeutet: Unterholzrodung, offener Boden und das Einpflanzen einiger Stauden. Gerade letzteres wurde zusammen mit dem Förster Beat Gisler und den Junior Rangern umgesetzt.

Beat erklärte, warum man einen solchen Eingriff vornimmt, mit welchen Maschinen man das macht, welche Gefahren es dabei gibt und warum einige tote Bäume nach wie vor im lichten Wald stehen gelassen wurden. Die Junior Ranger konnten viele von Beats Fragen, gerade rund ums Totholz bereits bestens beantworten.

Natürlich durften die Junioren auch einmal selbst zur Schaufel greifen. Es galt, Wacholderbüsche an verschiedenen Stellen im neuen lichten Wald einzupflanzen. Das liessen sie sich natürlich nicht zwei Mal sagen.

Nach getaner, guter Arbeit wurde der Wacholder noch einmal im Detail erklärt, seine Eigenschaften und sein Nutzen für Mensch (vorwiegend Alkohol) und Tier (Verdauung).

Was haben wir da nun eigentlich eingepflanzt? Was bringt die Pflanze?

Das Thema, das jeder kennt, aber keiner was Genaues weiss

Für einige Junior Ranger neu, für andere ein alter Hut: Überwinterungsstrategien. «Langweilig!», «Hatten wir schon!», «Kenn ich alles!». Hier nur mal eine kleine Auswahl an Aussagen, die sich mein armes, schwaches Rangerherz anhören durfte. «Nun, ihr hattet das Thema noch nie mit mir», antwortete ich also. «Da ihr ja alles wisst, könnt ihr mich ja dann heute mal unterrichten», kam grinsend von mir.

Zu meiner Überraschung konnte ich tatsächlich neben «Winterschlaf» und «Kein Winterschlaf», etwas Neues lernen, nämlich, dass Junior Ranger felsenfest davon überzeugt sind, immer richtig zu liegen. Ich hoffe, ich färbe nicht zu sehr ab.

Wir bearbeiteten das Thema sehr intensiv und lernten neben Winterschlaf und aktivem Leben im Winter auch viel über Winterruhe und Winterstarre. Dabei ordneten wir verschiedene Tiere aus allen Ordnungen ihren jeweiligen Überwinterungsstrategien zu und besprachen mit Zeichnungen und Erläuterungen wie die Tiere das eigentlich schaffen.

Hat am Ende doch auch gut funktioniert. Auch wenn man natürlich alles schon wusste 😛

Soweit von uns allen aus den Auen und bis zum nächsten Mal.

Liebe Grüsse euer Ranger Dario und eure Junior Ranger Thurauen

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