Oktober 2026 | Daniel Lopez, Junior Ranger Bettlachstock
Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, stand für unsere Junior Ranger der Gruppe 1 ein besonderer Herbstferienausflug auf dem Programm. Dieses Mal führte uns die Reise nicht rund um die Naturstation Brüelwald, sondern mit dem Zug nach Gänsbrunnen und anschliessend zu Fuss auf den Subigerberg.
Neun Kinder waren mit dabei, fünf mussten leider ferienbedingt passen. Sechs Junior Ranger trafen sich am Bahnhof Langendorf, drei weitere stiegen in Oberdorf dazu. Gemeinsam ging es durch den Weissensteintunnel, und kaum auf der anderen Seite angekommen, hiess es bereits wieder aussteigen.
Bei wunderschönem Herbstwetter begrüsste uns unterwegs das grosse Schild «Willkommen im Naturpark Thal». Begleitet wurden wir an diesem Tag von Iris Baumgartner und Manuel Buser, der ebenfalls als Ranger im Naturpark Thal unterwegs ist. Hanspi konnte aus familiären Gründen leider nicht dabei sein.
Herzlich Willkommen Naturpark Thal.
Mit Husi auf den Subigerberg
Nach einem kurzen Fussmarsch erreichten wir den Start des Naturerlebniswegs «Husis Reise». Hier erklärte Dani den Kindern, dass es nun etwas stotziger wird und man ruhig eine Kleiderschicht ablegen darf.
Husi, der Hausrotschwanz, begleitet die Besucher auf insgesamt 14 Tafeln durch die Natur des Solothurner Juras. Im Herbst zieht dieser kleine Vogel Richtung Süden, wo er auch in der kälteren Jahreszeit genügend Nahrung findet.
Da wir bereits um 10:30 Uhr für die Führung angemeldet waren, konnten wir nicht bei jeder Tafel längere Zeit verweilen.
Unterwegs gab es kurze Trinkpausen. Bei der Brätlistelle stärkten wir uns nochmals mit einem kleinen Zvieri. Dani stellte den Kindern einige Fragen zum Vogelzug und erklärte, was uns oben erwarten könnte.
Dabei musste er selbst zugeben, dass auch er noch nie eine solche Beringungsaktion erlebt hatte. Einige Kinder meinten sogar, dass Dani mindestens genauso leuchtende Augen hatte wie sie selbst. 😉
Naturerlebnisweg «Husis Reise» / Aufstieg
Auf dem Subigerberg wird geforscht
Nach dem letzten Aufstieg erreichten wir die Beobachtungs- und Beringungsstation Subigerberg. Dort wurden wir von Barbara Schlup und Thomas Schwaller herzlich empfangen.
Schon bei der Ankunft merkten wir, dass hier einiges los war. Das Beobachtungsteam stand mit Feldstechern und Fernrohren bereit und hielt Ausschau nach den vorbeiziehenden Vögeln. Andere Helferinnen und Helfer waren bei den Fangnetzen oder in der Beringungsstation beschäftigt.
Thomas nahm sich Zeit, den Kindern die Arbeit auf dem Subigerberg näherzubringen.
Seit 1968 werden hier im Herbst Zugvögel beobachtet und beringt. Während rund vier Wochen sind zahlreiche Freiwillige im Einsatz. Die Netze befinden sich auf der Sonnen- und der Schattenseite und werden tagsüber regelmässig kontrolliert.
Besonders eindrücklich war die Zahl der bereits beringten Vögel: Rund 17’000 Hausrotschwänze und über 13’000 Rotkehlchen wurden über die Jahre erfasst. Allein am Vortag sollen rund 70 Rotkehlchen beringt worden sein.
Thomas Schwaller erzählt den Kindern die Beringsstation
Von Portugal bis Afrika – und zurück
Anhand einer Karte erklärte Thomas, welche Wege Zugvögel auf ihrer Reise zurücklegen und weshalb der Subigerberg ein geeigneter Ort für die Forschung ist.
Viele Vögel ziehen über Frankreich und die Iberische Halbinsel weiter Richtung Süden. Für grössere Segelflieger ist dabei die Thermik über dem Festland besonders wichtig.
Als Thomas auf Portugal zeigte, kam von den Kindern natürlich sofort der Hinweis: «Dort spielt Ronaldo!» Auch so entstehen Verbindungen, die einem in Erinnerung bleiben. 😊
Quiz ausfüllen
Ein kleiner Ring mit grosser Bedeutung
Dann durften die Junior Ranger den Beringern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen.
Die Vögel gelangen in speziell aufgehängte, locker hängende Fangnetze. Diese werden durch geschulte Helfer regelmässig kontrolliert. Die gefangenen Tiere werden vorsichtig aus dem Netz gelöst und für den kurzen Transport zur Station in kleine Stoffsäckli gesetzt.
Dort beginnt die eigentliche Forschungsarbeit: Die Art wird bestimmt, der Vogel gewogen, die Flügellänge gemessen und nach weiteren Merkmalen untersucht. Auch Alter, Gefiederzustand und Fettreserven werden beurteilt.
Jeder neu beringte Vogel erhält einen passenden, sehr leichten Ring mit einer individuellen Nummer. Diese Daten werden erfasst und können bei einem späteren Wiederfund wertvolle Hinweise über Zugwege und Lebensdauer liefern.
Thomas erzählte uns von einem Rotkehlchen, das nur drei Tage zuvor in Prag beringt worden war und später auf dem Subigerberg wiedergefunden wurde. Auch eine Amsel, die über mehrere Jahre hinweg wiederholt kontrolliert werden konnte, zeigte, wie wertvoll solche langfristigen Beobachtungen sind.
Drei Blaumeisen im Netz werden sorgfältig entnommen.
Barbara Schlup bei der Beringung einer Amsel
Fünf Vogelarten aus nächster Nähe
An diesem Tag durften die Junior Ranger zweimal mit zu den Fangnetzen – einmal auf der Schattenseite und einmal auf der Sonnenseite.
Insgesamt konnten wir fünf verschiedene Vogelarten aus nächster Nähe kennenlernen:
Rotkehlchen, Hausrotschwanz, Amsel, Blaumeise und Kohlmeise.
Das Rotkehlchen, unser «Rotbrüstli», sorgte dabei noch für eine kleine Erkenntnis: Seine Brust ist eigentlich eher orange als rot.
Die Kinder konnten miterleben, wie sorgfältig die Fachleute mit den Vögeln umgehen und wie diese nach der Untersuchung wieder freigelassen werden.
Besonders schön war zu sehen, wie aufmerksam die Kinder beobachteten, Fragen stellten und merkten, dass hinter einem kleinen Vogelring viel mehr steckt als einfach eine Nummer.
Blaumeise vor dem Ausflug
Ein letzter Blick zurück
Nach der Führung genossen wir unser Picknick bei den Sitzbänken der Beringungsstation. Natürlich durfte auch unser obligatorisches Gruppenfoto mit der Junior-Ranger-Fahne nicht fehlen.
Gemeinsam nahmen wir zudem eine kleine Videobotschaft mit Genesungswünschen für Elisabeth, die Frau von Hanspi, auf.
Danach machten wir uns wieder auf den Rückweg nach Gänsbrunnen.
Unterwegs fragte Dani nochmals nach, was die Kinder vom heutigen Tag mitnehmen. Beim Jägerhochsitz gab es einen kurzen Ausblick auf unseren nächsten Anlass im November. Dann werden wir uns gemeinsam mit JagdSolothurn und Barbara Sollberger mit der Jagd und den Wildtieren beschäftigen.
Gruppenfoto mit unsere Junior Ranger Fahne
Pünktlich erreichten wir den Bahnhof Gänsbrunnen. Mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck ging es zurück nach Oberdorf und Langendorf. Zum Abschluss erhielten die Kinder noch ein OrthoKids-Heft mit Poster und Klebern.
Ein herzliches Dankeschön an Thomas Schwaller, Barbara Schlup und das gesamte Team von BirdLife Solothurn für die spannenden Einblicke und die wertvolle Arbeit, welche die vielen Freiwilligen jedes Jahr auf dem Subigerberg leisten.
Ebenso danke ich Iris und Manuel für die tolle Begleitung und Unterstützung.
Für mich war es einmal mehr einer jener Junior-Ranger-Tage, an denen nicht nur die Kinder etwas lernen. Auch als Ranger nimmt man neue Erkenntnisse mit nach Hause.
Und vielleicht schauen die Kinder beim nächsten Rotkehlchen im Garten oder beim nächsten Hausrotschwanz auf dem Hausdach schon etwas genauer hin.
Entdecken. Verstehen. Schützen.

Herzlich Willkommen Naturpark Thal.
Thomas Schwaller erzählt den Kindern die Beringsstation
Quiz ausfüllen
Drei Blaumeisen im Netz werden sorgfältig entnommen.

Gruppenfoto mit unsere Junior Ranger Fahne