Bei den Junior Ranger schon lang ersehnt, gings nun auf den See mit dem Fischer. Die 9 Jungs konnten vom Fang bis zu den verkaufsfertig abgepackten Filets den ganzen Verarbeitungsprozess miterleben uns selber Hand anlegen. Wir machten zwei Gruppen. Die eine durfte zuerst mit dem Boot raus und die zweite erhielt bei einem Theorieteil viel Wissenswertes über die Fischerei, die Fischarten im Hallwilersee und über die Belüftung des Sees vermittelt.

Das frühmorgens ausgebrachte Netz zog der Fischer nach und nach ins Boot. Die Junior Ranger durften nun die Felchen, die aus 20 m Tiefe an Bord gehievt wurden, aus dem Netz befreien und auf Eis legen. Das sah einfacher aus, als es tatsächlich war. Das braucht ein bisschen Übung. Sie hatten mehr oder auch etwas weniger Geduld. Einige Berührungsängste waren auch auszumachen. Nach dem Gruppenwechsel und somit zwei Fahrten auf dem See, konnten aus den beiden Netzen insgesamt gut 40 kg Balchen – wie man hier den Felchen im Hallwilersee nennt – zum Fischerhaus gebracht werden.
Mit Stolz wurden die Fänge präsentiert:

Nun gings an die Verarbeitung. Zuerst wurden die Fische entschuppt. Dies geschah nicht von Hand, sondern mit einer Art Schleudertrommel. Nun fühlten sich die Tiere ganz anders an. Das Entnehmen der Fische kann maschinell erfolgen oder traditionell von Hand. Das war dann nicht jederjuniorrangers Sache.

Ob maschinell oder manuell, am Schluss müssen die Gräte so oder so von Hand weggeschnitten werden. Das trauten sich dann ein paar Junior Ranger zu und schnitten die Gräte gekonnt und gefühlvoll mit dem scharfen Messer weg. Ja, vielleicht ist es gerade die Gewissheit, dass das Messer scharf ist, dass vorsichtig gearbeitet wurde. Ein scharfes Messer ist nicht gefährlicher – im Gegenteil.

Die Filets wurden gewaschen, um etwaige Resten abzuspülen. Danach tropften sie ab und wurden im Kühlschrank zwischengelagert. Die Arbeit muss auch mal mit einen Zvieri belohnt werden. Der eigentliche Schmaus gab es dann für die Junior Ranger allerdings erst zu Hause, denn sie konnten alle rund ein halbes Kilo Felchenfiltes mit nach Hause nehmen. Wie toll ist das denn!

Mit dem gebratenen oder fritierten Fisch vor Augen, war die Motivation sehr gross beim Verpacken der Filets. Schön auslegen auf der Kelle, rein in die Tüte, auf die Waage zum wägen, wenn nötig nachlegen oder wegnehmen, Preisschild ausdrucken, aufkleben und Tüte zuschweissen. Die Jungs haben es super gemacht, hatten Spass, waren hochzufrieden und mit einem dicken Fang im Gepäck endete ein sehr interessanter Nachmittag in Birrwil.
Wow, waren die lecker! Ob gebraten im Mehl und Ei gewendet oder durch die Masse gezogen und als Knusperli fritiert, es war ein Fest den eigenen Fang geniessen zu können.
Vielen herzlichen Dank an die Fischerfamilie Stadelmann für diese tolle Erfahrung und die leckeren Felchenfilets!
