Im Juni war es so weit: Unser erstes Junior-Ranger-Jahr UNESCO Bettlachstock ging zu Ende
18. Juni 2026 | Daniel Lopez, Junior Ranger
Nach vielen Nachmittagen im Wald, auf dem Bettlachstock, an der Emme und rund um die Naturstation Brüelwald führte uns der letzte gemeinsame Weg nach Altreu. Ein passender Abschlussort: Aare, Störche, Wildbienen, Sommerluft – und am Ende natürlich eine Glace.
So muss ein Rangerjahr ausklingen.
Die Gruppe 1 hören Aufmerksam zu.
Zurück an den Anfang
Gestartet sind wir wie so oft bei der Naturstation Brüelwald in Selzach. Doch diesmal war die Stimmung etwas anders als sonst. Nicht traurig, aber spürbar besonders. Es war der letzte Nachmittag dieses ersten Jahres.
Nach der Begrüssung, dem Materialcheck, Sonnencreme, Zeckenspray und einem kurzen Blick auf das Tagesprogramm ging es zuerst nicht direkt los, sondern zurück.
Zurück zu dem, was wir gemeinsam erlebt hatten.
Mit sechs Symbolen blickten wir auf unser Rangerjahr zurück:
Die Luchspfote erinnerte an den Start ins Junior-Ranger-Jahr.
Der Stein und die Karte führten uns zurück auf den Bettlachstock und zur Schnitzeljagd durch den Märliwald.
Das Blatt stand für Phänologie und Wald-Art.
Das Holzstück brachte uns nochmals zum Holzschlag und zur Waldarbeit.
Mit dem Spiel „Welcher Speck steckt dahinter“ erinnerte an unsere Specht-Detektive.
Und der Blick zum vergangenen Montat führte uns zurück an die Emme und zum Flussregenpfeifer.
Es war schön zu sehen, wie viel bei den Kindern hängen geblieben ist. Nicht alles als fertiges Schulwissen, sondern als Bilder, Erlebnisse und Aha-Momente. Genau so soll Naturbildung sein.
Rückblick vom .
Mit dem Rangerwürfel unterwegs
Nach dem Rückblick wurde der Rangerwürfel erklärt. Er begleitete uns auf dem Weg nach Altreu und machte aus dem Spaziergang nochmals eine kleine Rangerreise.
Hanspi erklärte uns am renaturierten Lochbach, wie die Arbeiten ausgeführt wurden und weshalb er nun zu einem lebenswerten Lebensraum geworden ist.
Vergleich vorher-nacher-Bilder.
Zusammen als Junior Ranger unterwegs.
Altreu: Störche, Wildbienen und ein anderer Blick auf Natur
In Altreu angekommen, wartete der Info-Point beim Storchendorf auf uns. Nach dem freien Entdecken nahmen wir uns Zeit für die Fragen, die zu diesem Ort gehören:
Warum ist Altreu ein Storchendorf?
Was braucht ein Storch zum Leben?
Warum ziehen Störche überhaupt?
Der Weissstorch ist ein eindrücklicher Vogel. Nicht nur wegen seiner Grösse, sondern auch wegen seiner Lebensweise. Störche brauchen offene Landschaften, Wiesen, Feuchtgebiete und genügend Nahrung. Sie fressen nicht einfach nur Frösche, wie man oft meint, sondern auch Insekten, Würmer, Mäuse und andere kleine Tiere. Und wenn sie ziehen, nutzen sie geschickt warme Aufwinde. So können sie weite Strecken zurücklegen, ohne dauernd mit den Flügeln schlagen zu müssen.
Auch die Wildbienen passten wunderbar zu unserem Rangerjahr. Denn Wildbienen zeigen, dass kleine Tiere eine grosse Bedeutung haben. Viele leben nicht in grossen Völkern wie Honigbienen, sondern allein. Sie brauchen Blüten, offene Bodenstellen, Totholz, Pflanzenstängel, kleine Nischen – also genau diese vielfältigen Strukturen, die in einer Landschaft oft schnell übersehen werden.
So wurde auch am letzten Nachmittag nochmals klar: Natur ist nicht nur dort spannend, wo etwas Grosses und Auffälliges passiert. Manchmal liegt das Spannende direkt am Wegrand.
Die Gruppe 1 hört aufmerksam zu.
Der ausgestopfte Storch zog die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich.
Ein T-Shirt als Zeichen
Ein besonderer Moment war die Übergabe der Junior-Ranger-T-Shirts.
Seit letztem August waren die Kinder als Junior Ranger unterwegs. Sie haben den Wald kennengelernt, Spuren gesucht, den Bettlachstock erlebt, Pflanzen beobachtet, Waldarbeit gesehen, Spechte gesucht und gelernt, warum der Flussregenpfeifer Schutz braucht.
Darum war dieses T-Shirt mehr als einfach ein Geschenk.
Es war ein Dankeschön.
Und ein Zeichen dafür, dass jedes Kind Teil dieser ersten Junior-Ranger-Gruppe UNESCO Bettlachstock war.
Ein Ranger oder eine Rangerin ist nicht einfach jemand, der draussen unterwegs ist. Ein Ranger schaut hin, hört zu, hilft mit und übernimmt Verantwortung für die Natur.
Genau das haben die Kinder in diesem Jahr immer wieder gezeigt.
Und ja: Ich hoffe immer noch, dass die T-Shirts nicht zu klein geraten sind.
Gruppe 1
Gruppe 2
Glace beim Grüene Aff
Nach so viel Rückblick, Störchen, Wildbienen und T-Shirt-Freude durfte der gemütliche Teil natürlich nicht fehlen.
Beim Grüene Aff gab es zum Abschluss eine Glace. Verdient war sie sowieso. Besonders beim zweiten Abschlussnachmittag, als die Temperaturen auf über 30 Grad stiegen und sich Altreu schon sehr nach Hochsommer anfühlte.
Nach den kalten Februartagen, dem stürmischen März und all den wechselhaften Monaten war dieser heisse Juni-Abschluss fast schon symbolisch: Unser Rangerjahr hat wettertechnisch alles geboten.
Von Schnee und Temperaturen um den Gefrierpunkt bis zur Glace bei über 30 Grad.
Mehr Naturjahr geht fast nicht.
Abschlussglacé verdient.
Letzter Blick an die Aare
Zum Schluss blieb noch etwas Zeit an der Aare. Kein grosses Programm mehr, keine langen Erklärungen. Einfach ankommen, schauen, erzählen, geniessen.
Solche freien Momente sind wichtig. Denn manchmal merkt man erst am Schluss, wie viel in einem Jahr passiert ist.
Aus neugierigen Kindern wurden Junior Ranger, die genauer hinschauen. Die wissen, dass ein Baum nicht einfach gefällt wird. Dass eine Spechthöhle später anderen Tieren dienen kann. Dass ein Nest im Kies fast unsichtbar sein kann. Dass eine Pflanze ihren eigenen Rhythmus hat. Dass ein Wald bei Wind nicht betreten werden muss, nur weil es im Programm steht. Und dass Natur nicht immer laut sein muss, um eindrücklich zu sein.
Fazit
Ein erstes Rangerjahr ist zu Ende.
Aber etwas bleibt: die Erinnerungen, die Erfahrungen, die Geschichten – und hoffentlich dieser kleine Rangerblick, der auch im Alltag weitergeht.
Ein grosses Dankeschön an alle Kinder, Eltern, Helferinnen und Helfer und an unser Leitungsteam.
Es war ein wunderbares erstes Jahr.
Bis bald im Wald,
Euer Ranger Dani

Die Gruppe 1 hören Aufmerksam zu.
Rückblick vom .
Vergleich vorher-nacher-Bilder.
Zusammen als Junior Ranger unterwegs.
Die Gruppe 1 hört aufmerksam zu.
Der ausgestopfte Storch zog die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich.
Gruppe 1
Gruppe 2
Abschlussglacé verdient.